30.Aug :: JingPeng-Pass

An diesem Tag soll als Einstieg der Erkundung der Passstrecke mit dem Abarbeiten der Klassiker unter den Fotopositionen begonnen werden. Am frühen Morgen fahren wir mit einem Bus in die nähe des SiMingYi-Kehrviaduktes nach kurzer Zeit rollt uns ein talwärtsfahrender Zug entgegen (Bild 1).

Bild 1: QJ 6388 + QJ 6828 bei Simingyi mit Mount Hadashan, 30.08.2001

Wir sehen den Zug auf der gegenüberliegenden Talseite in den Kreuzungsbahnhof Xiakengzi einrollen und zum stehen kommen. Damit deutet sich ein Gegenzug an. Bis dieser in Sichtweite rückt haben wir einen Aussichtspunkt gefunden, von dem wir drei Ebene der Strecke einsehen können. Langsam nähert sich der Güterzug dem Kreuzungsbahnhof, den er ohne Halt passiert. Bis der Zug unmittelbar zu unseren Füßen vorüber fährt, können wir 30 Minuten lang das Schauspiel des bergwärts kämpfenden Zuges beobachten. Er passiert zwei Brücken, darunter den großen Kehrviadukt, danach wird ein Tunnel durchfahren bevor unser Standpunkt erreicht wird (Bild 4).

Bild 4: zum dritten Mal der gleiche Zug oberhalb von Simingyi, QJ 7137 + QJ 6760, 30.08.2001

Vom Mount Hatatshan gegenüber des Standpunktes kann fast der gesamte Passabschnitt überblickt werden, dort sieht man einen einzelnen Zug oft bis zu einer Stunde, wenn dieser eine Kreuzungsbahnhof erreicht fährt oft schon ein Gegenzug ab. Eine ideale Beschäftigung für Filmer oder Tagträumer. Mir als Fotograf aber dann doch zu langweilig. Nach dem der Güterzug hinter unserem Rücken entschwunden ist besteigen wir den Berg über dem Tunnel im Anschluss an den Kehrviadukt. Perfektes Timing, nach dem Erreichen unserer Position können wir einen weiteren Güterzug erst auf dem Viadukt, dann vor der Einfahrt in den Tunnel 60 m unter uns aufnehmen.

Wir steigen anschließend hinab um das Dorf Xiakengzi auf der gegenüberliegenden Talseite zu erkunden. Unterwegs gelingt noch ein Motiv mit einem weiteren Güterzug an einem der allseits zu findenden Sonnenblumenfelder'. Nach dem wir einen ausgedörrten Flusslauf durchquerten, erreichen wir das Dorf. Hier ist die Zeit noch stehen geblieben, abgesehen von 2 Lastendreirädern gibt es keine Motorisierung. Die Bebauung besteht aus einstöckigen Lehm- und Ziegelhütten, auf der Dorfstraße sind diverse Schweine und sonstiges Getier unterwegs. Schnell werden wir von der Dorfbevölkerung umlagert. Doch als wir ein Foto mit einigen der Einwohner machen wollen, nehmen viele verschüchtert Reisaus. Die öffentlich Infrastruktur des Ortes beschränkt sich auf zwei öffentliche Toilettenhäuser mit einer offenen Grube. Wasser und Abwasserversorgung gibt es nicht. Trinkwasser wird aus Ziehbrunnen geholt. Auffallend die in der Inneren Mongolei relativ sauberen Straßen auf denen nur ökölogische verwertbare Abfälle auf einigen Haufen liegen. In anderen Teilen China sahen wir riesige Müllberge. Wir haben uns auf dem Grundstück eines Bauern einen Fotostandpunkt mit Pferden im Vordergrund herausgesucht. Unser Treiben lockt den Bauern und seine 3-Generationen-Familie an (Bild 7).

Bild 7: eine alte mongolische Bäuerin in Xiakengzi, 30.08.2001

Es dauert nicht lange bis wir in seine Behausung eingeladen werden. Er serviert uns einen Tee. Für die drei Generationen seiner Familie stehen zwei Räume zur Verfügung. Zum Abschluss ein Gruppenfoto, Florian sagt, er will es Ihnen bei seinem nächsten Besuch als Abzug vorbeibringen. Er war in den Jahren bis zum Dampfende 2005 noch mehrmals hier am JingPeng-Pass. Wir steigen empor zum Bahnhof Xiakengzi. Kurzzeitig trübt sich der Himmel ein, es beginnt schwach zu regnen. Die Erfrischung war von kurzer Dauer, nur ein einzelnes Motiv musste bei Schatten aufgenommen werden. Am späteren Nachmittag wechseln wir wieder die Talseite. Am Abend lässt sich ein weiteres klassisches Motiv der Passstrecke ablichten, Züge nach dem Befahren des Kehrviaduktes mit dem Mount Hatatshan im Hintergrund. Eine Ziegenherde gibt das Vordergrundmotiv ab. Danach wieder der Rückweg nach JingPeng per Bus.